BEPS-Projekt: BMF veröffentlicht Fragen-und-Antworten-Katalog

Symbolbild: Ausschnitt der Weltkarten mit Verbindungslinien zwischen Ländern, die die internationalen Vernetzung zur Reduzierung der Steuervermeidung zeigt

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 12. Februar 2026 einen Fragen-und-Antworten-Katalog zum BEPS-Projekt veröffentlicht. Das Dokument gibt einen Überblick über Maßnahmen gegen Gewinnkürzung und Gewinnverlagerung international tätiger Konzerne – ein Thema, das auch für Banken und Finanzdienstleister mit grenzüberschreitenden Strukturen relevant ist.

Was ist das BEPS-Projekt?

BEPS („Base Erosion and Profit Shifting“) bezeichnet Strategien, mit denen Gewinne in Niedrigsteuerländer verlagert werden.

Das Projekt wurde 2013 auf Initiative von OECD und G20 gestartet. Ziel ist es, internationale Steuerlücken zu schließen und einheitliche Standards gegen aggressive Steuerplanung zu etablieren.

Heute beteiligen sich über 140 Staaten und Jurisdiktionen an der Umsetzung.

Warum ein internationales Vorgehen erforderlich ist

BEPS-Strukturen entstehen vor allem durch Unterschiede zwischen nationalen Steuersystemen.

Ein isoliertes Vorgehen einzelner Staaten würde neue Gestaltungsmöglichkeiten schaffen. Deshalb setzt das Projekt auf eine international abgestimmte Bekämpfung von Gewinnverlagerungen.

Rolle Deutschlands

Deutschland unterstützt das BEPS-Projekt von Beginn an und verfügt bereits über vergleichsweise strenge Regelungen gegen Gewinnverlagerungen, etwa zur Begrenzung von Zinsabzügen oder zur Besteuerung ausländischer Tochtergesellschaften.

Zudem hat sich die Bundesregierung für die internationale Zwei-Säulen-Lösung zur Besteuerung der digitalisierten Wirtschaft eingesetzt.

Maßnahmen im Überblick

Die BEPS-Empfehlungen wurden in den vergangenen Jahren auf verschiedenen Ebenen umgesetzt:

  • EU-Ebene: Einführung einheitlicher Vorgaben zur Vermeidung von Steuervermeidung (z. B. Anti-Steuervermeidungsrichtlinie) sowie Meldepflichten für grenzüberschreitende Steuergestaltungen
  • Deutschland: Verschärfte Regelungen u. a. zu hybriden Gestaltungen und Geschäftsbeziehungen in Steueroasen
  • International: Anpassung bestehender Doppelbesteuerungsabkommen durch ein multilaterales Übereinkommen (BEPS-MLI)

Das BEPS-MLI ermöglicht es, zahlreiche Doppelbesteuerungsabkommen gleichzeitig an neue Standards anzupassen, ohne jedes Abkommen einzeln neu verhandeln zu müssen.

Internationale Zusammenarbeit

Die Umsetzung und Weiterentwicklung der BEPS-Standards erfolgt im Rahmen des sogenannten Inclusive Framework, in dem über 140 Staaten zusammenarbeiten.

Dort wurde auch die Zwei-Säulen-Lösung zur Besteuerung international tätiger Unternehmen entwickelt.

Einordnung für die Praxis

Für Banken und Finanzdienstleister bedeutet das BEPS-Projekt vor allem:

  • zunehmende Transparenzanforderungen
  • strengere Dokumentations- und Meldepflichten
  • geringerer Spielraum für steuerliche Strukturierungen über Ländergrenzen hinweg.
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